Aus der Reihe: Erfolgreich gründen – aber wie?

Der flotte Frederic

Erfolgreich gründen – aber wie? Seit mehr als zwanzig Jahren berät Sander Concept (Bremerhaven) Zahnärzte in ganz Deutschland zu dieser Frage. In einer losen Artikelserie in der iNPUT! will ich von unseren Erfahrungen berichten. Dabei erzähle ich euch die wahren Geschichten von jungen Existenzgründern, natürlich mit geändertem Namen und ohne Ortsangabe.

Frederic ist ein echter Dynamiker. Das Studium absolvierte er in Windeseile. Für ihn gab es danach nur ein Ziel: so schnell wie möglich eine eigene Praxis. Und nicht nur das: In ein paar Jahren dürfen es auch mehrere sein.

Vorbereitungsassistent – zur Not ja: Das stand eindeutig der Karriere im Weg. Zwei Jahre warten, eine Zumutung für einen Dynamiker. Doch Frederic wusste sich zu helfen. Er überredete seine Eltern, beide angestellte Zahnärzte, mit ihm zusammen eine Praxis aufzumachen. Das wurde dann eine Gemeinschaftspraxis mit Frederic als angestelltem Vorbereitungsassistenten. Aber in der „Lehrzeit“ wollte Frederic die Praxis schon so gestalten, wie er sie später haben wollte.

Die Lage: Noch während des Studiums suchte Frederic geeignete Praxisräume. Ein prächtiges Gebäude in zentraler Lage sollte komplett umgebaut werden und erregte seine Aufmerksamkeit. Die Mietverhandlungen führte Frederic – parallel zum Staatsexamen. Auch alle weiteren unternehmerischen Aufgaben lagen allein bei ihm. Und er fühlte sich mit Mitte zwanzig absolut wohl in seiner gestaltenden Rolle.

Die Lehrzeit: Als Assistent lernte Frederic vieles von seinen Eltern und wurde ein richtig guter Zahnarzt. Neben diesem ethischen Anspruch lag sein Augenmerk aber auf Modernisierung, Vergrößerung und Erfolgssteigerung. Die Zahl der angestellten Zahnärzte wuchs, und als er nach zwei Jahren in die Gemeinschaftspraxis einstieg, war die Praxis schon zweimal erweitert worden und es arbeiteten fünf Zahnärzte dort. Jeder Mitarbeiter und jeder Geschäftspartner akzeptierte Frederic als Chef. Seine Eltern waren allseits beliebte Zahnärzte, aber der Chef hieß Frederic.

Herausforderung Führung: Das einzige Problem für Frederic war die Führung von mittlerweile 35 Angestellten. Da er immer alles allein vorangetrieben hatte, fiel es ihm schwer zu akzeptieren, dass er eine Hierarchieebene einziehen musste. Aber als pfiffiger Dynamiker sah er diese Notwendigkeit rasch ein, als wir darüber sprachen. Eine Wirtschaftspsychologin von Sander Concept schulte Frederic, die neu angestellte Praxismanagerin und das Team. Der konsequente Au au einer Führungsstruktur führte rasch zum Erfolg: Reibungsarmer Praxisablauf – auch mit vielen Mitarbeitern.

Ende gut – was geht noch? Frederic, mittlerweile Anfang dreißig, führt sehr erfolgreich seine große Zahnarztpraxis. Demnächst wird ein Showroom für Zahnersatz eröffnet und die Übernahme weiterer Praxen ist geplant.

Fazit: Der unbedingte Wille ist die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg. Danach kommt die Durchsetzungskraft. Wenn diese unternehmerischen Basics da sind, braucht der Gründer nur noch etwas Realitätsnähe, Pfiffigkeit und Beratungsbereitschaft, dann steht in den allermeisten Fällen einem erfolgreichen Leben als Unternehmerzahnarzt nichts im Weg.


Die weiteren Artikel der Serie:
Über zwei gründliche Eheleute
Der unternehmerische Alexander
Die konsequente Lilly
Locke, der Chirurg
Der bescheidene Lorenz
Der zögerliche Gustav
Der schnippelnde Jacob
Die zielorientierte Nicola


Der Originalbeitrag ist in der DZW (Ausgabe 10/2018 | Zahnärztlicher Fach-Verlag GmbH) erschienen.

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Christoph Sander

Christoph Sander Der Experte für Marketing und Beratung ist Praxisökonom und -coach vor Ort beim Kunden. Er unterstützt und berät in den Bereichen Praxismanagement und ist darüber hinaus zuständig für Off- und Onlinemarketing sowie Werbestrategien der Firma Sander Concept.